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L's thoughts

decided to blog informed opinions on privacy, society & arts.

Die Lösung des Generationenkonfliktes

Jung bleiben ist nicht (nur) jung aussehen, es ist viel mehr die jüngere Generation nicht abzuwerten, sich davon nicht abzugrenzen, denn genau dieser selbst geschaffene Unterschied veranlasst wiederum die junge Generation die alte dafür zu hassen. Um sich jung zu fühlen.

Wenn aber die alten die jungen liebevoll -- statt boomeresk -- behandeln, dann wird gar nicht erst das Fundament für die Abgrenzung gelegt. Von jungen Menschen den ersten Gruß zu fordern, ist ein wundervolles alltägliches Beispiel wie hart das verkackt wird.

Die Lösung des Generationkonflikts geht also, meiner sehr bescheidenen Meinung nach, von der momentan jungen Generation aus. ABER: nicht indem sie auf die alten zugeht, sondern sie muss sich “nur“ nicht von der nachfolgenden jugen Generation abgrenzen.

Nur wann wird das jemals passieren, lol




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Ein kurzes Plädoyer fürs Vergessen

[de] 2min übers digitale Vergessen

Wir leben in einer Welt in der gigantische Informationsmengen anfallen und private Daten gezielt gesammelt werden. Doch was ist mit den Daten die wir selber sammeln? Mit all den Downloads, Browserverläufen, gespeicherten Suchanfragen und Chats?

Ich finde die sollten ablaufen, sich selbst zerstören. Was wichtig ist, sollten wir filtern und gesondert ablegen. Der standard, dass alles für immer aufgehoben wird ist falsch. Signal macht das gut, doch meiner Meinung nach sollte es eine explizite Option sein Verläufe länger aufzuheben. Wer einen Matrix server betreut, weiß dass es in Synapse die Option gibt alles was älter als ein definiter Zeitraum ist zu löschen. Das ist richtig so und sollte Standard werden, bei allem! Warum muss Mensch manuell Downloads aufräumen oder ein Skript schreiben, das ist doch krank! Warum löscht sich der Kalender nicht automatisch nach einem Jahr?

Stell dir mal vor was für einen gigantischen Haufen Daten du in deinem Leben ansammeln wirst, wenn du nicht wegschmeißt. Du würdest als digitaler Messi enden! Dabei geht es mir nicht ums digitale Tagebuch oder Notizbuch, denn hier wird gefiltert Abgelegt.

Und was wenn all die Chats, Dokumente, Verläufe in fremde Hände fallen? Wie viel daraus gelesen werden kann! Nicht ohne Grund speichert Google standardmäßig einen Standort-, Such- & Ergebnis-verlauf an: Daten sind das neue Öl. Ich hab aber keine Lust, dass Sicherheitsbehörden auf der Suche nach Öl meine Tür eintreten, egal ob physisch oder digital. Also weg damit!

Raus aus dem digitalen Messisyndrom, weg mit all der alten Scheiße!






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Die Ampel steht auf Chaos

[de] 11min über die Digitalisierung in Ampel und GroKo |

„Die Klimaschutzziele von Paris zu erreichen, hat für uns oberste Priorität." steht in der Präambel. Direkt danach Wirtschaftsförderung, darauf folgt die Modernisierung mit dem Unterpunkt Digitalisierung. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis und eine simple Wortanalyse zeichnen ein anderes Bild: Frei (177), Gerecht (75) und Nachhaltig (102) sind zwar häufige Schlagworte, doch Digital (226) ein viel häufigerer Bestandteil des Wordings Das erste große Thema ist „Moderner Staat, digitaler Aufbruch und Innovationen". Digitalisierung ist also ein tiefgreifender Bestandteil des Vertrags, in allen Bereichen der Gesellschaft, der Verwaltung und Wirtschaft. Das war im Koalitionsvertrag 2018 ähnlich, dort jedoch mit dem Fokus auf „wollen". Im Koalitionsvertrag 2021 überwiegt „werden". 1

In den nächsten Jahren wird sich zeigen ob es zum „können" reicht. Bis es soweit ist, treibt mich die Frage um wie wichtig Digitalisierung in der Ampel ist.

Vorweg: Leider hat es bei der Konvertierung von .docx zu markdown Satzzeichen entfernt und ich bin die Woche zu faul das zu beheben. Ich bitte um Nachsicht :)


Positionen der Ampel

Die Positionierungen im Koalitionsvertrag stehen in einem starken Kontrast zu der Politik der Vergangenen Jahre, sicherlich auch, weil große Teile offensichtlich von der Formulierungshilfe des Chaos Computer Clubs inspiriert sind. In zahlreichen Anhörungen und offenen Briefen hatte der CCC aktuelle Gesetzesvorhaben der vorherigen Regierung kritisiert. Die Open Knowledge Foundation lobt den Vertrag sogar explizit und nimmt mir dabei in ihrem Statement zwei wichtige Gedanken vorweg. Erstens: ein Digitalministerium wird es leider nicht geben. Zweitens: jetzt bitte auch machen. Gerade das ausbleibende Ministerium ist verwunderlich, wo doch gerade die FDP im Wahlkampf deutlich kommunizierte, dass es bei der Digitalisierung viel zu tun gibt, so viel, dass eine eigene Institution sinnvoll wäre. Die Entscheidung hat Signalwirkung, denn ein Einstieg mit geringerem institutionellem und personellem Fokus suggeriert auch, dass andere Themen für wichtiger befunden werden. Ob diese Vermutung begründet ist, wird sich erst in den folgenden Jahren herausstellen. Doch unabhängig davon in welchem Rahmen die festgeschriebenen Ziele umgesetzt werden sollen, sind sie doch Ambitioniert. Gleichzeitig markieren sie einen positiven Richtungswandel in der Digitalpolitik: die neue Koalition scheint fachkundige Expertise und zivilgesellschaftliches Engagement wert zu schätzen.

// Flächendeckende Digitalisierung

Doch auch unabhängig von „klassischen" Netzpolitischen Themen sollen viele Bereiche durchdigitalisiert werden. So unter Anderem Waldmonitoring oder die Meldepflicht bei touristischen Übernachtungen. Begründung ist hier oft der Abbau bürokratischer Hürden. Wie jedoch die damit einhergehenden technische Hürden für die IT- medieninkompetenen Deutschen abgebaut werden sollen, bleibt leider unklar. Die Einrichtung einer Bundeszentrale für digitale Bildung wäre jedoch ein Anfang. Die Digitalkompetenz zukünftiger Generationen soll schon ab der frühkindlichen Bildung gefördert werden, auch soll die „Unterstützung von zivilgesellschaftlichem Bildungsengagement" gestärkt werden. Das klingt für Initiativen wie „Chaos macht Schule" erstmal gut, bleibt aber unkonkret, auch der Digitalpakt Schule ist dahingehend nichtssagend.

Zur Digitalisierung in der Verwaltung finden sich sehr spezifische Ansätze, die erahnen lassen, dass hier Zeitnah angesetzt werden soll. Doch bei allem Optimismus beschleicht mich der Verdacht es werden noch Jahre vergehen bis eine Föderierte Cloud der Öffentlichen Verwaltung ausgeschrieben werden kann.

// Digitale Sicherheitspolitik

Ganz im Gegensatz zur aktuellen Cybersicherheitsstrategie werden Hackbacks „grundsätzlich" zur Cyberabwehr abgelehnt, was jedoch auch einen großen Interpretationsspielraum offenlässt, grundsätzlich ist ein eher doppeldeutiges Wort. Ein horten von Sicherheitslücken um Hackbacks oder Angriffe „vorzubereiten" schwächt die generelle Cyberabwehr, sollte also unbedingt vermieden werden. Diese Erkenntnis scheint sich durchgesetzt zu haben, so finden sich neben einem „Recht auf Verschlüsselung" und dem Bekenntnis zu einer „Security-by-Design" Policy auch die Bestrebungen das BSI „unabhängiger aufzustellen", was in der Praxis eine Entkoppelung vom BMI bedeuten sollte.

// Zwischenfazit

Während in Randbereichen wie dem Tourismus sehr konkrete Policy-Ansätze zur Digitalisierung vorhanden sind, sind besonders wichtige Bereiche wie die IT-Sicherheit sehr schwammig gehalten. Hier wird erst die Zukunft zeigen ob Lösungen auf dem Koalitionsvertrag aufbauen oder die ambitionierten Ziele auf der Strecke bleiben.


Vergangene Digitalpolitik

Eine einfache Auflistung aller kritikwürdigen Entscheidungen der großen Koalition von 2005-2021 und Überlegungen zu möglichen Alternativen sprengt den Rahmen eines kurzen Blogbeitrags und würde sich zu stark mit der Formulierungshilfe des Chaos Computer Clubs überschneiden. Einige Prozesse und Entscheidungen der Vergangenheit sind jedoch besonders gute Beispiele um Handlungsempfehlungen zu begründen.

Wie ein roter Faden zieht sich eine Serie von mangelhafter Fachkompetenz gepaart mit Beratungsresistenz durch die 16 Jahre. Zu erwarten, dass sich eine Regierung in allen Bereichen bestens auskennt ist unrealistisch, doch der größten unabhängigen Interessenvereinigung für Digitale Themen im Europäischen Raum wenig Gehör zu schenken und deren Sachverständnis in Ausschüssen zu ignorieren hat sich als Fehler herausgestellt. Insbesondere die CDU hat bewiesen, dass auch Intern noch Nachholbedarf im Bereich dersicheren Digitalisierung und Gepflogenheiten der IT-Sicherheitsszene existiert.

// Digitale Sicherheitspolitik

So wurde trotz heftiger Kritik von Sachverständigen, unter anderem dem CCC, der Einsatz von Schadsoftware in der Strafverfolgung beschlossen. Die gravierenden Auswirkungen von nicht geschlossenen Sicherheitslücken mit dem Ziel Systeme zu hacken, können an Lücken wie EthernalBlue betrachtet werden. Die Sicherheitsbedrohung (sowohl von Innen als auch Außen) solcher Lücken war bekannt, wurde aber Ignoriert. Die Beihilfe von Anbietern zum einspielen solcher Schadsoftware auf Geräte wurde ebenfalls gegen Sachverständigenrat durchgesetzt.

Lücken in Software oder Infrastruktur, welche mit Öffentlichen Geldern realisiert wird, können eher entdeckt werden, wenn freie Software nicht nur benutzt, sondern auch aktiv weiterentwickelt wird. So kann die Wahrscheinlichkeit, dass Lücken wie log4j lange unentdeckt bleiben gesenkt werden.

// Kommunikationsinfrastruktur

Der Aufbau öffentlicher Infrastruktur zur verbindlichen, vertraulichen und rechtssicheren digitalen Kommunikation zwischen Behörden, Unternehmen und der Bevölkerung war für alle Beteiligten ein Trauerspiel. De-Mail war konzeptionell schlecht, die integrierte Verschlüsselung wurde bis 2015 (vermutlich zugunsten der Zugriffsmöglichkeit von Sicherheitsbehörden) schlecht Ausgebaut, die Anbindung an Behörden war bis 2016 nicht vollständig. In Folge dessen wurde der Dienst kaum angenommen und hat sich als ein so großes Kostengrab herausgestellt, dass es 2021 eine Rüge vom Bundesrechnungshof an das zuständige BMI gab. De-Mail wird dieses Jahr eingestellt. Zur rechtssicheren Kommunikation gibt es seit 2015 das besondere elektronische Anwaltspostfach, welches ebenfalls von Sicherheitsexperten analysiert und aufgrund klaffender Sicherheitslücken lange nicht erreichbar war. In beiden Fällen hätte eine Open-Source Lösung mit öffentlich einsehbaren Audits zu mehr Sicherheit und Vertrauen geführt.


Anregungen für die Zukunft

Der erste Schritt ein Problem zu lösen, ist es als Solches zu erkennen. Die Ampel macht das gut. Doch auch bei der Planung von Lösungswegen sollte aus der Erfahrung der GroKo gelernt werden um vergangene Fehler nicht fortzuführen oder zu wiederholen. Explizit soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen laut Koalitionsvertrag beschleunigt werden, hier ist aber eher Entschleunigung ratsam: in alter Tradition wurde auch die Telematikinfrastruktur überhastet eingeführt, eine zusätzliche Beschleunigung birgt Sicherheitsrisiken und senkt die Akzeptanz bei ärzteschaft.

Ein wirksames Schwachstellenmanagement kann nur betrieben werden, wenn Schwachstellen bekannt sind. Die externe Überprüfung bestehender Systeme zu veranlassen erscheint in Anbetracht der historisch fragwürdigen Umsetzung sinnvoll. Das ist jedoch Zeit- und Kostenintensiv. Der erste Schritt sollte deshalb die Legalisierung der Identifizierung von Schwachstellen sein, damit Zivilgesellschaftliche Akteure bedenkenlos Lücken in fremden IT-Systemen finden und melden können, oder plump gesagt die Abschaffung der sogenannten Hackerparagrafen. Digitale Sicherheit ist keine Vertrauenssache. Mit einer zunehmend Digitalen Verwaltung ist es essentiell, dass die Sicherheit geprüft werden kann, damit wir nicht nur hoffen, dass Systeme sehr sicher sind, sondern es genau wissen.

Im öffentlichen Auftrag entwickelte Software sollte nicht nur Quelloffen sein, sondern auch die darin verwendete Open-Source Software gepflegt werden. Dazu gehören auch externe Sicherheitsüberprüfungen.

Ebenfalls überprüfungswürdig ist die Bestrebung „im Rahmen der verfassungsrechtlichen Grenzen digitale Wahlen ermöglichen". Allein die bei Bundestagswahlen eingesetzte Meldesoftware wies in der Vergangenheit gravierende Sicherheitslücken auf. Bei vollständig digitalen Wahlen ist es, zusätzlich zum Sicherheitsrisiko von Computersystemen, technisch unmöglich den laufenden Auszählungsprozess nachzuvollziehen. Ob die Wahlgrundsätze eingehalten werden, ist so unnachvollziehbar.

1 Sowohl nach der Kompensation des Längenunterschieds anhand der Häufigkeit des Wortes „und" als auch absolut. Gezählt wurden die Wortpaare „wir + wollen" und „wir + können".






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Sinnlose Petitionen

[de] 3 min über Petitionen und Alternativen |

Petitionen, insbesondere externe bei change.org, habe kaum bzw keine legislative Kraft. Meiner Meinung nach ist der starke Fokus auf das Unterstützungsunterschriften (Uu's) sammeln deshalb Müll.

Der Menschliche Aspekt geht in einer Tabelle verloren, was in der Politik fatal ist. Zusätzlich gibt es Leuten aber das Gefühl ihr Karmakonto aufzufüllen, so dass sie das nicht mehr mit wirkungsvolleren Aktionen machen (Telefonaktionen, Demos, ggf eMails/Briefe). Eine per Text geteilte Petition mit 150.000 Uu's hat deshalb bei weitem nicht den Impact im Agenda-Setting wie ein Tagesschaubericht oder viele persönliche Gespräche. Wenn das Thema auf der Agenda steht, selbst durch eine Petition, muss schon Druck da sein. Jetzt anfangen aktiv zu werden ist etwas spät.

Was mich ebenfalls wütend macht, ist dass die regelmäßig bei Change.org laufen, ein profitorientiertes Unternehmen aus den USA, und nicht bei den offiziellen stellen von EU und Bund! Damit können selbst 500.000 Unterschriften verpuffen, weil keine Institution gezwungen wird sich mit dem Bürger:innenanliegen zu beschäftigen.

Petitionen können ein gutes ergänzendes Mittel nach der Aktivierung sein um zusätzlichen Druck als Teil einer Kampagne aufzubauen. Doch der Trend einfach nur change.org Klimapetitionen rumzuschicken, ganz ohne narrativ, und dann einfach zum Unterschreiben aufzurufen ist meines Erachtens nach kein guter. Es zeugt von der Medieninkompetenz der Klima-APO Szene. Greenpeace ausgenommen, die sind regelmäßig on fire.

Im Sinne von Torsun, “wie wär's denn mal mit randalieren“?! Und damit meine ich keinen Gewaltaufruf, möchte anregen nicht länger lächerlichen Papierkram zu machen und stattdessen mit sichtbaren, direkten Aktionen menschelnd ein Thema in unserem Frame zu setzen, aka. politisch randalieren.






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Wir geloben Klimaneutralität

[de] Eine 11-minütige Reise durch Corporate Greenwashing |

Vor Jahren habe ich nahezu ALLES von Google benutzt. Mit meiner Zeit in CCC Kreisen änderte sich das, maßgeblich wegen Datenschutz- und Nachhaltigkeitsbedenken. Vor kurzem brachte ein Kommentar das Thema wieder auf meine Agenda.

Praktischerweise gibt es von Google direkt ein Nachhaltigkeitsbericht, der sehr beruhigend ist: "Carbon neutral since 2007. Carbon free by 2030.” Heißt es auf https://sustainability.google. Yeasss, alles grün! Schluss, aus, Applaus, nach Haus.

Aber Moment mal: Wie kann eine Firma seit 2007 CO2-Neutral sein, sich aber gleichzeitig ein Ziel für CO2-Null in 2030 setzen, ist "null" nicht gleich "neutral"? Was ist eigentlich der Unterscheid zwischen "Carbon Neutral, Zero Carbon, and Negative Emissions"? Wie Nachhaltig sind klimaneutrale Firmen wirklich?

Mit diesen Fragen habe ich mich auf eine erschreckende Reise durch Corporate Greenwashing begeben. Auch wenn ich weit vom Ende entfernt bin, hier ein kleiner Bericht. Mein Anspruch ist es einen gut informierten Überblick mit einer Wertung zu geben, keinen allumfänglichen (gar wissenschaftlichen) Artikel zu schreiben. Einflüsse und Quellen sind übrigends unten.

Definitionsschummeln

Wenn Firmen über Klimaneutralität sprechen, klingt das erstmal sehr gut: Google spricht zum Beispiel gerne darüber, dass es seit 2007 CO2 Neutral ist. Bei genauerer Betrachtung der Webseite fällt jedoch auf, dass viele der dort sehr schön präsentierten Erfolge nur Versprechen sind. Im schlimmsten Fall geht es gar nicht um Nachhaltigkeit, sondern Schadenskompensation.

Carbon Neutral, oder CO2 Neutral, bedeutet, dass das ausgestoßene CO2 durch Masznahmen an anderer Stelle kompensiert wird. (Brown 2018)

Eine negative Emmissionsbilanz meint, dass mehr CO2 ausgeglichen, als ausgestoßen wird. (ebd)

Zero Carbon bedeutet, dass erst gar kein CO2 ausgestoßen wird. (ebd)

Gerade CO2 Neutral wird gern von Unternehmen verwendet, die Grün erscheinen wollen, aber in der Realität massiv den Planeten schädigen. Drei Probleme:

  1. Das Treibhausgas wird ausgestoßen, statt den Ausstoß zu reduzieren
  2. CO2 Neutral ist nicht Klimaneutral: die UN Definiert "Klimaneutral" als offizielle Bezeichnung, die sicherstellt, dass alle Treibhausgase einbezogen werden.
  3. Die im Ausgleich einberechneten Emissionen sind Definitionsfrage.

Definitionsfrage? Nun, laut Climatepartner gibt es drei Kategorien von Emissionen, die bei der Erreichung von Klimaneutralität erfasst werden können:

  • Scope 1: direkte Emissionen eines Unternehmens, z.B. das CO2, das von der Fahrzeugflotte eines Unternehmens ausgestoßen wird.
  • Scope 2: indirekte Emissionen, z.B. die Energieversorgung des Firmengebäudes, die bereits bei ihrer Gewinnung Emissionen verursacht.
  • Scope 3: indirekte Emissionen, die nicht im direkten Einflussbereich des Unternehmens stehen, wie z.B. die Lieferkette.

Oft werden Scope 1-2 einbezogen, aber es gibt keine Regeln dazu. Klimaneutralität ist also trotz mathematischer Berechnung kein genormtes Label, sondern halt eine Definitionsfrage.

Ein praktisches Beispiel: Das Kieswerk Ottendorf-Okrilla möchte Wald weg baggern, Aktivisti verhindern das. Der Scheiszverein rechtfertigt nun sein Vorhaben gegenüber der Presse damit, dass die Fläche CO2 Neutral Aufgeforstet wird. Dabei wird aber jedoch elegant ausgelassen, dass

  1. ein über Jahrhunderte gewachsenes Ökosystem zerbaggert würde, angrenzende Moore gefährdet währen
  2. der Grundwasserspiegel gesenkt würde
  3. Die gepflanzten Bäume Jahrzehnte brauchen, bis sie
    a) eine Negative Emmissionsbilanz haben
    b) die gleiche Filterleistung wie der alte Wald haben

Klar, technisch gesehen kommt das Kieswerk (je nach Rechnung) irgendwann bei einer Netto Null (aka Net-Zero) raus, aber das dauert länger als wir Zeit haben. Eine Bauwende die solche Zerstörung an Umwelt und Klima im vornherein vermeidet ist bitter nötig. Und wenn du glaubst es geht kaum absurder, dann lass dir gesagt sein: auch Öl-Firmen haben nun Klimaneutralität für sich entdeckt. (Berman 2021)

Doch selbst CO2 Vermeidung lässt einen großen Aspekt auszenvor: Nachhaltigkeit. Ein nachhaltiges Unternehmen stößt keine Treibhausgase aus, aber ein Treibhausgasfreies Unternehmen ist noch lange nicht Nachhaltig.

Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit

Nach­hal­tig­keit, die. "Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann" (Duden)

Die Klimakrise ist eine Gerechtigkeitskrise, denn auch wenn es nicht den Anschein macht, sitzen wir nicht alle im gleichen Boot – wir tragen alle die Konsequenzen der Klimakrise, jedoch trifft sie uns nicht alle gleich. Manche Menschen können sich nämlich besser vor den Folgen der Klimakrise schützen als andere, was vor allem eine Frage von finanziellen Mitteln und von gesellschaftlichen Machtverhältnissen ist – dies allein ist hochgradig ungerecht, da jeder Mensch das Recht auf Leben, Gesundheit und Sicherheit hat.

Dazu kommt, dass diejenigen, die am wenigsten für die Klimakrise verantwortlich sind weder die Mittel noch den Einfluss haben, diese Krise aufzuhalten und trotz dessen am meisten davon betroffen sind: Für viele Menschen im Globalen Süden hat die Klimakrise bereits jetzt schon weitreichende und bedrohliche Folgen, wie stärkere Überschwemmungen und Dürren, die die Lebensmittelsicherheit gefährden. Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt werden in Zukunft mit den Folgen eines heruntergewirtschafteten Planeten, der Erderwärmung und strukturellen Ungerechtigkeit wie Rassismus, Sexismus und soziale Ungerechtigkeit kämpfen müssen, die nochmals von der Klimakrise verstärken werden.

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass wir das 1,5°C Ziel erreichen müssen, um die schlimmsten Folgen der Erderwärmung zu verhindern. Es liegt in unserer Verantwortung, die durch die Klimakrise verstärkten Ungerechtigkeitsverhältnisse anzuerkennen, auszugleichen und sozioökonomische Machtverhältnisse zu überwinden. (Fridays for Future Deutschland 2020)

Zurück zu Tech Giganten. Wenn wir uns unter den angesprochenen Aspekten Anschauen wie Nachhaltig diese Unternehmen wirklich sind, bemerken wir schnell: "hoppala, das ist aber GANZ weit weg" von dem fluffigen grünen image auf der Nachhaltigkeitsseite.
Kühlsysteme für Rechenzentren werden zwar billig (und neuerdings auch "Klimaneutral"), aber nicht nachhaltig gebaut, was in einem heftigen Wasserverbrauch endet (Mytton 2021). Weil sie dort Steuersenkungen bekommen, werden Rechenzentren vermehrt in heißen Ballungsgebieten gebaut. So kommen Absurditäten wie Wasserknappheit zu Stande.
Auch wenn sich die Nachhaltigkeit im Fall von Google verbessern durch laufende Nachhaltigkeitsinitiativen (Google 2021) ändern soll, bleibt die Realität niederschmetternd. Auch ist Google nicht allein auf der Welt, viele andere große Tech-Firmen geben einen scheisz auf die Welt, aber präsenzieren sich gern Klimaneutral.

Und das ist eigentlich nicht Schuld der Unternehmen als komplexes Gebilde, denn diese sind auch nur Opfer des Systems was maximalen Profit von allen fordert um unendlich zu wachsen.

Nein, es ist die Schuld der Profiteure dieses Systems. Es sind die Menschen mit großen Anteilen in Unternehmen, die willentlich die Ausbeutung von Menschen und Natur in Kauf nehmen, die neo-kolonialistische Ausbeutung des globalen Südens möglich, ja nötig machen. Würden global agierende Unternehmen (und das politische System in dem sie sich Bewegen) neu ausgerichtet, dezentralisiert und Hierarchien abgeflacht, wäre die Zielsetzung schnell eine andere.


Fazit

Hochzentralisierte Systeme sind zwar effizienter, eine Beobachtung die sowohl auf politische als auch technische Systeme zutrifft. Ab einer signifikanten Größe steht jedoch die schiere Komplexität eines Systems der benötigten Geschwindigkeit bei grundlegenden Umstellungen für eine nachhaltige Welt im Weg.
Doch die Klimakrise ist JETZT in vollem Gang, wir müssen JETZT Emissionen reduzieren und deshalb JETZT handeln. Versprechen von "net-zero" Zielen sind gefährlich, denn sie ignorieren den dringenden Bedarf JETZT sofort DRASTISCH Treibhausgas (CO2 aber auch Methan, Lachgas und FCKW) Emissionen zu reduzieren, nicht erst in 10 Jahren. Und das ohne dabei die Umwelt durch sinkende Grundwasserspiegel auszutrocknen.

Dabei sollten wir im Transformationsprozess nicht nur eine Lebenswerte Welt, sondern auch eine digital nachhaltige Tech-Branche schaffen, damit Computer (wie schon vor über 30 Jahren vom CCC erträumt) unser Leben endlich zum Besseren verändern können. Für das Gelingen ist aber öffentlicher Druck essentiell, sowohl auf Konzerne als auch politische Institutionen, oder anders gesagt: ein Kampf für Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne tiefgreifende Kapital- und Systemkritik.






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Einflüsse / Quellen

Berman, Tzeporah. 2021. Global oil companies have committed to „net zero“ emissions. It’s a sham. The Guardian, März 3, Abschn. Opinion.

Brown, Cameron. 2018. What’s the Difference Between Carbon Neutral, Zero Carbon, and Negative Emissions?. Cleantech Rising.

Calma, Justine. 2021. Google sets new water goals as droughts worsen. The Verge. September 10.

Comment, Sebastian Moss. 2021. Data center water usage remains hidden. https://www.datacenterdynamics.com. Zugegriffen Dezember 25.

Dyke, James, Robert Watson, und Wolfgang Knorr. 2021. Climate scientists: concept of net zero is a dangerous trap. The Conversation. http://theconversation.com/. Zugegriffen Dezember 25.

Fridays for Future Deutschland. 2020. Zeit für Klimagerechtigkeit #KeinGradWeiter – Teil I: Was ist Klimagerechtigkeit?

Google. 2021a. Commitment to Better Water Sustainability. Google Sustainability. https://sustainability.google/. Zugegriffen Dezember 25.

Google. 2021b. Commitment to Create a Circular Economy. Google Sustainability. https://sustainability.google/. Zugegriffen Dezember 25.

Kanter, James. 2011. Data Centers Look for Lower-Emission Cooling. The New York Times, Juni 19, Abschn. Business.

Mytton, David. 2021. Data centre water consumption. npj Clean Water 4: 1–6. https://doi.org/10.1038/s41545-021-00101-w.

Reguly, Eric. 2021. The net-zero pledges are dubious. Burning fossil fuels for economic growth remains the priority. The Globe and Mail, Oktober 29, Abschn. Opinion.

Sattiraju, Nikitha. 2020. The Secret Cost of Google’s Data Centers: Billions of Gallons of Water. Time, April 2.

Sustainable Social Media Usage

[en] 6min from a realisation about social media use to system critique |

Over Christmas, I blocked the Twitter website and app, even though it was my door to the world. Thoughts, impulses, little sparks from friends and comrades, its all there. Just like the latest news from the city, state, federal government and the world; practical for my studies and, especially in times of Corona, somehow a glimpse of the outside world. But not everything is so beautiful. So I thought about how I would like to deal with my social media consumption in the future.

Through my interaction logs (ActivityWatch, time tracking) and histories (web browser, chats, calls), I also know that it's not a "social" network for me. Quantitatively, qualitative time with friends decreased. I created less art, made less music, read less, wrote less. Not at all, but less. And instead? Instead, I was simply furious: about TERFs, about corona deniers, anti-vaxxers, political decisions, Nazis, hate in general, companies, software, design; so much hate about so many things. And actually it's wrong, everything about it is wrong! The world is a gigantic shit pile and my reaction is to throw myself into more negativity? That's the stupidest coping mechanism in the world! xD

Social media brings a lot of dopamine, but also stress. Especially the current Facebook leaks about the internal handling of negative effects on users (WE DONT CARE!) clearly show the extent to which a "social" network triggers psychological problems and stress, with serious effects on the soul and body (BfG 2021). Even if Twitter (in contrast to Facebook) transparently communicates which problems are seen in the algorithms used, these algorithms are not calculable formulas, they are based on machine learning. That means that even Twitter itself doesn't always know HOW exactly recommendations are generated and how problems (e.g. the increased delivery of right-wing extremist tweets) can be counteracted. The goal of the algorithm? To deliver content to people that keeps them on the platform. This typically means that a network encourages strong emotions and interaction because these lead to people spending more time on the platform.

But is that what I want? To experience what is happening in an ambivalent relationship between joy and hate? Feed the fear of missing out (FOMO)? I don't, actually. Do you?

What I want is to read inspiring thoughts from others and share mine. I want to be informed briefly and concisely about current affairs without accidentally getting into an algorythmic hate spiral.

Measures

I have a goal: to make my social media experience less stressful and more social. To do this, I follow only a few accounts, namely only those that are particularly important (on a personal level) to me. I have a list for loose "internet friends". I use the chronologically ordered feed instead of the algorythmically ordered feed. I don't give a shit about trends, I watch news via the public owned media offerings ZDF and ARD; it's actual journalism and not a mixture of hate speech under a hashtag. I also want to use an abstraction level for posting my own thoughts, in my case the tool Buffer. That way I don't get lost on the platform, even though I only wanted to share a blog post briefly. I have set myself a time limit on the app itself (as with all other "dopamine apps"), 30min a day. At certain times (automatic: 10pm-10am, manual during work/uni) I use Android Focus mode to suppress notifications and limit sessions to 5min.

Of course, all of this is just an individualist solution and in no way combats the structural problem that social networks are forced to work for their own profit instead of serving the people. And to be honest, that's a shame.






Hi, im Lyn, I write this blog. I'd love to hear your feedback via email! If you liked this post, consider subscribing and telling your friends about it :)



Literature

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche, https://gesund.bund.de (Accessed 24. Dezember 2021).
  2. Ben Smith: Inside the Big Facebook Leak, in: The New York Times, (2021).
  3. Ferenc Huszár u. a.: Algorithmic amplification of politics on Twitter, in: Proceedings of the National Academy of Sciences, 119 Jg. (2022), H. 1.
  4. How the Twitter Algorithm Works in 2021 and How to Make it Work for You, https://blog.hootsuite.com (Accessed 25. Dezember 2021).
  5. What to know about how the Twitter algorithm works, https://sproutsocial.com (Accessed 24. Dezember 2021).
  6. Introducing our Responsible Machine Learning Initiative, https://blog.twitter.com (Accessed 25. Dezember 2021).

Nachhaltigere Social Media Nutzung

[de] 6min von einer Erkenntnis über Social Media Nutzung bis zur Systemfrage |

Über Weihnachten hab ich mir die Twitter Webiste & App gesperrt, auch wenn es war mein Fenster in Welt war. Gedanken, impulse, kleine Lichter von Freund_innen und Genosskis, all das gibt es dort. Genau so wie auch Aktuelles aus Stadt, Land, Bund und Welt; praktisch für mein Studium und gerade in Zeiten von Corona irgendwie ein Blick nach Draußen. Doch es ist nicht alles so schön. Also hab ich mal drüber nachgedacht, wie ich damit in Zukunft umgehen möchte.

Durch meine Interaktionsprotokolle (ActivityWatch, Timetracking) und Verläufe (Webbrowser, Chats, Anrufe) weiß ich aber auch, dass es für mich kein “soziales“ Netzwerk ist. Quantitativ nahm die qualitative Zeit mit Befreundeten ab. Ich hab weniger Kunst geschaffen, weniger musiziert, weniger gelesen, weniger geschrieben. Nicht gar nicht, aber weniger. Und stattdessen? Stattdessen habe ich mich hauptsächlich aufgeregt: über TERFs, über Coronaleugnende, Impfgegner_innen, politische Entscheidungen, Nazis, Hass, Firmen, Software, Design; über so viele Dinge so viel Hass. Und eigentlich ist es falsch, alles daran ist falsch! Die Welt ist ein gigantischer Scheißhaufen und meine Reaktion ist mich in noch mehr negatives zu stürzen? Das ist der dümmste coping mechanism der Welt! xD

Social Media bringt viel Dopamin, aber auch Stress. Gerade die aktuellen Facebook-Leaks zum internen Umgang mit negativen Effekten auf Nutzer_innen (SCHEISZEGAL!) zeigen deutlich, in welchem Masze ein "soziales" Netzwerk Psychiche Probleme und Stress auslöst, mit gravirenden Auswirkungen auf Seele und Körper (BfG 2021). Auch wenn Twitter im (Gegensatz zu Facebook) transparent kommuniziert welche Probleme in den eingesetzen Algorythmen gesehen werden, sind diese Algos keine berechenbaren Formeln, es ist Machine Learning. DH selbst Twitter selbst weisz nicht immer WIE genau Empfehlungen zu stande kommen und wie Problemen (zB der verstärkten Auslieferung Rechtsradikaler Tweets) entgegenzuwirken ist. Ziel des Algorythmus? Menschen Inhalte liefern, die sie auf der Plattform halten. Das bedeutet typischerweise, dass ein Netzwerk starke Emotionen und Interaktion fördert, weil diese dazu führen, dass Menschen mehr Zeit auf der Plattform verbringen.

Aber will ich das? In einem ambivalenten Verhältnis zwischen Freude und Hass erleben was gerade passiert? Die fear of missing out (FOMO) füttern? Ich eigentlich nicht. Und du? Was ich möchte, ist inspirierende Gedanken von anderen lesen und meine Teilen. Ich will kurz und Bündig über aktuelles Tagesgeschehen informiert werden, ohne ausversehen in eine algorythmische Hassspirale zu geraten.

Masznahmen

Ich habe ein Ziel: meine social media erfahrung weniger stressig und mehr sozial gestalten. Dafür folge ich wenigen accounts, nämlich nur solchen die mir besonders wichtig sind. Für lose "internet friends" habe ich eine Liste. Ich nutze den zeitlich geordneten Feed, statt den algorythmisch geordneten Feed. Ich scheiß auf Trends, Nachichten schau ich über ZDF und ARD Mediathek, das ist noch Journalismus und keine Hasstirade. Auch möchte ich für eigene Gedanken eine Abstraktionsebene zum posten nutzen, in meinem Fall das Tool Buffer. So verliere ich mich nicht auf der Plattform, obwohl ich nur noch kurz einen Blogbeitrag teilen wollte. Auf die App selber habe ich mir (wie bei allen anderen "Dopamin-Apps" ein Zeitlimit gesetzt, 30min am Tag. Zu bestimmten Zeiten (automatisch: 22-10 Uhr, manuell auf Arbeit/in der Uni) nutze ich den Android Focus mode um Notifications zu unterdrücken und Sessions auf 5min zu begrenzen.

All das ist natürlich nur eine Individualistische Lösung und bekämpft in keiner Weise das Strukturelle Problem, dass Netzwerke im Kapitalismus gezwungen sind für den eigenen Profit zu arbeiten, statt den Menschen zu dienen. Und das ist sehr, sehr schade.







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Literatur

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche, https://gesund.bund.de (Abruf am 24. Dezember 2021).
  2. Ben Smith: Inside the Big Facebook Leak, in: The New York Times, (2021).
  3. Ferenc Huszár u. a.: Algorithmic amplification of politics on Twitter, in: Proceedings of the National Academy of Sciences, 119 Jg. (2022), H. 1.
  4. How the Twitter Algorithm Works in 2021 and How to Make it Work for You, https://blog.hootsuite.com (Abruf am 25. Dezember 2021).
  5. What to know about how the Twitter algorithm works, https://sproutsocial.com (Abruf am 24. Dezember 2021).
  6. Introducing our Responsible Machine Learning Initiative, https://blog.twitter.com (Abruf am 25. Dezember 2021).

Nutzt Blogs für lange Texte, danke!

[de] 2 Minuten - CN: Rant |

Wie ich es liebe wenn Menschen einfach ellenlange copy/paste Texte in Antifa Austauschchannels ballern! Oder 24 tweets als thread lesen, nie so viel Spaß gehabt! SARKASMUS ICH LEIDE HÖRT AUF DAMIT

Wie stellt ihr euch das vor?

Soll ich mir das in Sans-Serif und Schriftgröße Augenkrebs Geschriebene zu Gemüte führen? Noch dazu ohne einen Wutanfall zu bekommen? Oder eine lesebrille zu suchen, weil es keinen zoom gibt? Oder einen reading mode?

Und so generell Organisatorisch: was ist mit Korrekturen? Werden die dann überall gemacht? Edits?

Soll das überhaupt gelesen werden?

Ja? Dann mach doch einfach einen scheiß Blogbeitrag! blackblogs.org, wordpress.com, noblogs.org, das ist doch alles bekannt! Listed.to ist auch toll, oder geh selber was hosten! Es ist eine absurde Zumutung von Menschen zu erwarten dahingeschissene unformatierte texte zu lesen, das darin enthaltene aufzunehmen während im schlimmsten fall ständig neue Nachrichten kommen ICH KOTZE WAS SOLL DAS

schon mal über doppelmoral nachgedacht

gerade auf twitter oder instagram ist die plattform ein kapitalistischer scheiszkonzern der aktiv an der Zentralisierung des Internets arbeitet! eine Anacho-page auf Facebook ist ein WITZ in sich!

wie wäre es mit überschriften

...wenigstens irgendwie als dick oder unterstrichen, meinetwegen kursiv! SCHEISZEGAL, Hauptsache ich habe eine Chance diesen verdammten Solitext zu rezipieren bevor mein Gehirn sich endgültig vom Frieden abwendet und die Welt einfach nur noch brennen sehen will!


Thanks for coming to my ted talk.







und dann noch dRöLf TauSeND fUcKInG FaCeBoOK ProFiLE LiNKs! JA SICHER klick ich mich da durch! AM ARSCH


Innovative Individualkritik - ein Aufreger.

[de] 4 Minuten Lesedauer - Kapitalismuskritik |

Die Erde brennt oder steht unter Wasser, doch wie schon zu Krupps Zeiten gibt es kreative Arschlöcher die aus der Krise Kapital schlagen. Ich möchte dazu anregen Individualkritik fallen zu lassen.

Wenn sich alle vegan ernähren würden

Statt das verschwenderische, ausbeuterische System zu hinterfragen erfreut sich Konsumkritik am Individuum großer Beliebtheit. Die Industrie hat lange an diesem Framing gearbeitet und zahlt es sich aus: viele Menschen sehen die Verantwortung für Problemen die eigentlich die Industrie geschaffen hat beim Individuum. Jahre der neoliberalen “du kannst alles schaffen“ Propaganda haben und darauf getrimmt.

So kommen Menschen auf den Gedanken sie könnten in einem System etwas ändern, wenn sie Vegan wären. Ja, es würde viel ausmachen, wenn alle Vegan wären. Doch der Effekt ist in unserem System, was per Design auf Profitmaximierung durch unendlich Wachstum getrimmt ist, nur sehr begrenzt.

Das bekannteste Beispiel neben der Lohnarbeit ist natürlich die Bewältigung der Klimakatastrophe, doch mein persönlicher Favorit war Mark Zuckerbergs Statement (nach dem Millionen Telefonnummern von Facebook geklaut wurden) was sich mit “Selber schuld, dass ihr uns vertraut, ihr Idioten“ zusammenfassen lässt. Der Zwang zur Angabe einer Telefonnummer, die fahrlässig unsichere Schnittstelle, die Profitmaximierung durch Unterbesetzung von kritischen Stellen, all das wird dabei elegant unter den Tisch gekehrt.

Aber schweife ab: KLIMAKRIESE! Jetzt! Jeder Bon ist ein Stimmzettel!

Moment, WAS?!


Wenn alle so tun würden, als würden sie sich vegan ernähren

Im Euro 3 Diesel mit 180km/h über die Deutsche Autobahn ballern hinterlässt mittlerweile bei einigen ein ungutes Gefühl, die Kinder wollen ja auch noch Auto fahren können.

Doch das eigene Konsumverhalten zu ändern ist irgendwie doof: viel einfacher ist es Bäume pflanzen zu lassen. Sobald aller 100km ein Baum gepflanzt wird schläft es sich wieder ruhig hinterm Steuer! Für einen monatlichen Ablassbrief der jegliches klimaschädliches Verhalten moralisch vertretbar macht (es wird ja kompensiert!) ist nun allen erlaubt so weiterzumachen wie bisher.

Eine praktische Innovation, die uns der heilige freie Markt da geschaffen hat. Leider ist sie zu kurz gedacht.

Die Vorstellung, die Schulden welche zukünftigen Generationen aufgebürdet werden währen mit einem viel zu geringen CO2 Preis abzufedern ist ja hübsch, auch ist sie ein Anfang, eine Lösung des eigentlichen Problems ist sie jedoch nicht. Bäume brauchen Jahre bis sie CO2 in relevanter masse absorbieren, wenn das Geschehen ist können sie immer noch in Waldbränden das in ihnen gebundene CO2 freisetzen.

Erschreckend ist die Alternativlosigkeit, denn die Deutsche Freiheit sich auf der Autobahn nach zwei Bier mit 220km/h in den Tod zu rasen ist halt einfach unantastbar. Gerade die Koalitionsverhandlungen bewiesen, dass ein "realistischer Politikbegriff" welcher von grundsätzlich egoistischen Menschen ausgeht nicht umsonst "realistisch" heißt.

Längst sind wir vom Ziel des Schaffens und Erhaltens einer Lebenswerten Welt abgekommen, gefangen in einem endlosen Klassenkampf. Und das ist sehr, sehr schade.

Bevor du also mit einem hippen Startup das System am Laufen hältst, versuche es doch mal mit direkter Aktion: besetzte mit EG Klimaschädliche Infrastruktur oder rette einen bestehenden Wald vor der Zerstörung.




oder meinetwegen Prost und gute Fahrt



...du Arschloch.






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Warum sollten junge Menschen die FDP (nicht) wählen?

[de] 8 Minuten über Parlamentarische Inhalte |

2013 flog die FDP als unsoziale Partei der Besserverdiener aus dem Bundestag. Doch schon 2017 kam sie stark zurück, 2021 ist die Partei wieder Teil der Regierung. Doch was hat sich neben dem Ergebnis Inhaltlich etwas verändert? Und ist die FDP eine gute Wahl für junge Menschen (gewesen)?

Ich habe Wahlprogrammanalysen von 2019 zu dem FDP Programm von 2017 gelesen, mir die Neuerungen im aktuellen Programm genauer angesehen.

Grenzenlose Freiheit

Wir jungen Menschen, wir wollen Zukunftschancen und Freiheit. Viele wollen sich Beweisen, selber etwas Aufbauen und sich einen Platz in dieser Welt verdienen. Die FDP hat das scharfsinnig erkannt und verspricht Menschen genau das, teilweise sogar wiedersprüchlich, ganz danach was sie hören wollen. (siehe Dachwitz)

Gleichheit vs Gerechtigkeit

Illustrating Equality VS Equity
Grafik: Interaction Institute for Social Change | Artist: Angus Maguire. QUELLE

Fairness ist ein wiederkehrendes schlagwort im FDP Framing. Fairness ist für die FDP ein Sammelbegriff, der sich (nach dem was im Programm damit verbunden wird) auf zwei Forderungen reduzieren lässt:

  1. Wir wollen gleiche Chancen für alle, dann können es hart arbeitende schaffen.
  2. Wer sich etwas erarbeitet hat, soll es behalten dürfen.

Moment! Ist dir aufgefallen dass die FDP gerne von Arbeit redet?

Das ist nicht so ganz richtig, denn Menschen die hart arbeiten (Arbeiter:innen, kleine Mittelständische) sind eine Sache, aber andere für sich arbeiten lassen eine andere. Erben hat auch nichts mit Arbeit zu tun. Trotzdem lehnt die FDP höhere Steuern für sehr Reiche ab, auch höhere Erbschaftssteuern kommen ihr nicht in die Tüte.

Genauer wäre also der Satz "Wer etwas legal erhalten hat, soll es behalten dürfen". Das klingt schon ganz anders, oder? Mit diesem frame ist es näher an der realität: erst erben, dann asoziale Ausbeutung betreiben und wenn Andere darauf aufmerksam machen laut schreien "solange es legal ist ist es keine Ausbeutung!".

Praktisch heißt das: Ja, die FDP macht sich für geiles Kiffgras stark. Leider nicht dafür, dass alle gerechte Chancen darauf haben, sich dieses saubere Zaubermoos auch leisten zu können. Dafür sollen die Reichos mehr behalten als sie jemals sinnvoll ausgeben können. Auch die von der FDP geforderten Steuerentlastungen für alle, sind ein perfektes Beispiel für Gleichheit und haben wenig mit Gerechtigkeit zu tun.

Opas FDP

Die FDP hatte (vor Jahrzehnten) überlegt mit dem Satz "Opas FDP ist tot" zu werben. Nach dem neuen image, dem großen Aufschwung und gerade nach dem Ergebnis bei den Erstwähler:innen 2021 scheint es besonders zu Passen.

Nur leider kaum Inhaltlich. Eine Analyse des Wahlprogramms ergibt das Gegenteil: Progressive Themen sind zwar vorhanden, Konservative Themen aber tief im Programm verankert. Ungerechte Ökonomische Verhältnisse sowie die Zukunftsängste der jungen Menschen werden wenig, bis gar nicht angetastet.

Und das nicht ohne Grund, denn auch wenn sie einen Vergleichsweise hohen Anteil der Erstwählerschaft bekam, so sind die Erstwählenden als 4,7% aller Wahlberechtigten nur eine kleine Gruppe. Die entscheidenden stimmen kommen, auch für die FDP, von alten weißen cic Männern mit mehr Geld als wir uns Erträumen können. Diese wichtige Gruppe darf die FDP nicht verlieren. Deshalb vertritt sie deren Interessen auch nur zu gern.

Unschöne Themen werden neu geframt, aber bleiben im kern Gleich. Ein Beispiel ist der Trickle Down Effect, zu dem Christian Lindner auf abgeordnetenwatch sagt "vertrete ich nicht" und einen Artikel verlinkt in dem sehr schön betont wird wie doch alle entlastet werden. Dass die es die größte Entlastung für Reichos gibt wird dabei angenehm unter den Tisch gekehrt.

Opa's FDP lebt nicht nur, Opa's sind die FDP. Mensch sieht sie bloß durch das hippe profi-Designerkleid nicht. Und wenn, dann sind sie gut in TikTok. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie Menschen (gut) vertreten.

Fazit

Die FDP hat neue ihr Auftreten durch Listening und gute Kommunikation modernisiert, vertritt eine zeitgemäße Gesellschaftspolitik, aber behält ihren konservativen und marktradikalen Kern. Sie verspricht jungen Menschen mehr Freiheit um sich selbst verwirklichen, schafft in der Realität aber eher Freiräume für Unternehmen, und zwar frei von Verantwortung. Gern wird von Gleichberechtigung gefaselt, dabei aber vergessen, dass es priviligierte und nicht priviligierte gibt.






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Quellen & Literatur

Spleeter and Traktor Stems in 2021

[en] 8 Minute read about music performance |

I've been ramping up my DJ activities and Techno production lately. I had great interest in DJing with stems, and mapped an APC 40 mk2 for 2-4 decks. All I needed where more actual Traktor Stems.

Spleeter x Traktor Stems

Spleeter is a Deezer research project and a source separation library that sparked new interest in audio source separation. Soon after its release a command line utility to generate Traktor Stems with it was created. Its great, but not easy to use.

NUO Stems seemed like a convenient way of transforming my collection with Spleeter into stems. After running for ~8h it had split up all tracks and reassembled them into ".stem.m4a" files with most metadata transferred that played in Traktor. The option to transfer cue points was neat. At a first glance, everything was fine. Activly using the generated tracks for a while now, ill share my experience with it.

Spleeter problems

Spleeter seems to be trained poorly on electronic music. As soon as a track has an synthetic element that spans across all frequencies, Spleeter just looses its shit. Try anything with noise or a great synth buildup and the speration will absolutly ruin it. Frequency bands are lost, reverb is sucked away, the result sounds awful. The lossy AAC encoding does the rest and kicks an already ruined track into abysmal quality deterioration.

Quick genre performance review

The cleaner the mix, the better Spleeter works and its really good with acoustic elements. Synth pads, noise, mangled samples and heavily processed vocals are usually messed up. If you play Techno, Rave, House or Drum and Bass, its impossible to have a full stem library, ~40% is crap. Clean organica tracks work well enough to blend them nicely in the afterhours. HipHop/Rap tracks and beats usually work well enough to mix them freely.


NUO Stems problems

Not all metadata is transferred: "Label" and "Catalog nr." where usually missing. If the track isn't already in Traktor but has correct metadata embedded, this data is not transferred at all.

Lossy AAC tracks sound usually WAY worse than their lossy FLAC or ALAC counterparts when they are pitchshifter or timestreched. This intersects with the quality loss due to spleeter and makes timestretching those stems an audible pain.

The m4a container supports ALAC, windows does, traktor does, and most media players do. I dont get why NUO Stems doesn't.


Traktor problems

When moving the library, I encountered that Traktor messes up my FLAC and stem.mp4 variants, which results in the stem variant beeing flagged as broken, because traktor trys to load the previously discovered FLAC file with the stem.mp4 metadata into a stem deck. The preview player works.

The sanity check of the library does NOT catch this, so I was left fixing half of my library for HOURS and still having some tracks that wont play. After manually relocating them, so that they work again, the beatgrid is usually messed up and needs a second run of analyzing.

Cue points and beatgrids have to be independently maintained, I think a way of simply linking/syncing stem and non-stem versions would be really great.




As discussed earlier, Stems aren't the best choice for techno people without a production background. If you do make your own tunes, there is a second way: creating your own stems is easy.

...in theory.

Mastering for Traktor Stems

I mastered the first track of a new project in the STEM format, and it was an absolute pain. The NI Stems Creator preview will sound like you're in the middle of a war, unless your individual tracks are inaudibly quiet. Even -12db will is too loud, WTF. The export sounds fine, you just have no way of quickly previewing your dynamics settings.

Im no mastering expert with years of experience. I work with ozone and insight to earball educated guesses. That works well enough and produces good results, but transferring that to stems is impossible. The submix must be cleaner, less elements work better and more intensive EQing is a must. I'd say this forces you to generally make better mixes and masters. But: Simply taking an old track, creating four groups and duplicating the previous mastering chain four times will not sound very well.


Mashups / Edits from Spleeter

Tried it, but again: this is really hit or miss. Especially for Techno its usually a miss, because separation isn't so clean. With iZotope RX and some time the results can be greatly improved. If you have the v8 Standard, Spleeter is included as Music Rebalance. If you dont, Spleeter GUI is a great little windows app, Spleet it a little hacky (but working) app for macOS.
RX v8 Advanced includes the Spectral Recovery module, which does a decent job of quickly fixing the higher frequencies of not-so-clean spleeter seperations.

If you simply want to overlay some edits and rebalance the levels on the fly, Ozones music rebalance does a clean job without the need for bouncing/rendering.




Final words

Traktor Stems are a really nice feature, but the currently available tooling is lacking. I'd love to see Native Instruments take the initiative to embrace the use, since multitrack/stem DJing seems to be more popular again (take a look at recent updates in Virtual DJ and Algoriddim djay for mac). In my opinion pre seperated stems are better than live generated ones, because they're easier on the CPU in live situations and very reliable. But again, they need proper official support and good tooling to take off.

Spleeter, the technology responsible for the new rise of stems, is neat. But without a good set of tools and some time, the output is very rough and not great for bootlegs. Id argue that with a good ear and decent knowledge of sound design, you can rebuild things pretty fast while having fun. Spleeter separation and proper cleanup will take some time and it's a mundane and tedious work.

Traktor Stems with Spleeter source separation are fun and I'll keep using them for sure. But they are FAR from what I expected, and sadly not in a good way.





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Organizing 101

[en] 7 Minute read about tools and methods |

As a first act, ill be absolutly honest: im the most disorganized person struggeling with EVERYTHING. However, that doesn't keep me from getting shit done: my personal process is usally an absolute and utter mess, usually I barely make it until deadlines or slightly miss them. Yet somehow lots of people I work with have the fucked up impression of me beeing quite professional, well organized and productive.

I set out to find why and looked at what common things where done in past well-working projects, mixed with some general best practices:

  1. prepared routines
  2. accessible documentation
  3. friendly reminders
  4. dedicated workspace

Lets go over some details on what usually works for me (or rather others).




1 Prepared routines

Don't just start a meeting and fuck around for 2 hours, everyone hates that.

Make a list of things you want to talk about, plan the time you'd like to spend on them. Time assumtions don't have to be perfectly accurate, but should provide a rough guideline. If its crowd sourced, write down a responsible person:

0. Check in
1. Quick updates (15min) <-- everyone
2. New team: content creation (10min) <-- Lea
3. Discussion: (20min) <-- Leon
n. Check out

Notice the check in/check out?
Use the check in to sense the general mood, find a common ground to work on. Time per person should depend on your team size: don't make everyone go through the pain of a 30min checkin. Also, make it clear that this isn't the place for discussions or even worse, extensive monologues.
It sucks when lots of people tell everyone they have to leave early, this hurts the motivation of everyone. If that happens on a regular basis, make it clear that people are either attending, or not. If they can't, find a new timeslot.

The check out is meant as a short reflection of how everything went, maybe small sidenotes and hype building. Ideas for improvement of the workflow should also be noted here before they are lost.

Important: its not beneficial AT ALL if every person tells everyone that is was exhausting. Don't get me wrong, if people where missbehaving thats a no-go, but public shaming is as well. If no names are mentioned, people who've done nothing wrong may feel adressed, but the person misbehaving probably wont see themselves mentioned.
Use an anonymus awareness box for that and regularly check it. Nextcloud forms or a pad on a different host worked well for me.

2 accessible documentation

Personally, I've seen great success with etherpad for linear documentation and a kanban board like cryptpad, nextcloud deck or trello.

2.1 Linear Documents

Just write a damn protocol! Not all people can attend everytime, made decisions need to be written down. Important: rotate the people doing it, ideally let a person self-assign for the next meeting at the start of the current one. Note the assigned responsibilities and number of attending people at the start and end, maybe like this:

## Organisation
1  Next time:
      writing the minutes: NAME
      moderation: NAME
2  Today: writing the minutes: NAME // moderation: NAME // participants: 11-12
3  Setting todays agenda

2.2 Boards

I like using kanban boards to have a general overview over a project.
It also has the added bonus that you can keep track of

  • who should do which tasks
  • whats the state of a task

Although cryptpad boards are infearior feature wise and generally "less great" they are easily accessable without an account or mobile app. This is important for open projects!

If you work in an enviroment with fixed teams where you can dictate the usage of a cloud platform, I absolutly recommend nextcloud. Its the all-in-one solution you can easily selfhost or rent starting at 4€/Month depending on the team size. It allows you to really attach cards to a person, which is immensly helpful to also keep track of progress.
If its a visual project, go with trello: it has card images, something thats only alpha in deck. In case you are working on software, make use of github projects or gitkraken glo boards.

3 friendly reminders

Make them a habit for everyone. Personally I forget to attend meetings in the process of preparing them, so I'm sometimes 5 minutes late, shame on me. Its great if everyone is aware that a little reminder the day before and ~15 Minutes before the meeting helps. All people should be aware that if there hasn't been one yet, they are welcome to write one.

4 dedicated workspace

Dont (ab)use a personal messenger like signal, telegram or whatsapp. Seriously. It may work right away and be convinient, but mixing private and work/activism chats isn't healthy in the long run. It makes it hard to take a break, information gets lost quickly and it may result in people spending more time chatting than actually working.
In case of whatsapp and telegram its also a serious privacy concern. I've had a good experience with Matrix + spaces in element. Rocket.Chat is nice if you configure it well.
If you really have to, go use Slack, MS Teams or fucking Discord. Just be aware that, just like with whatsapp and telegram, there are serious privacy concerns attached to them.

If you decided to meet up virtually, check out jitsi and bigbluebutton and ideally self-host them. I strongly advise to stay away from zoom, discord, skype or other closed source centralized platforms.




Don't be authoritarian, everyone should be equal participant, not ettendee.
Limit the dominance of certain people, all people should be able to safely voice their opinion without beeing talked down by a toxic male.
Value all work. Don't be an asshole.

Thats about it, thanks for coming to my ted talk.






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Datensparsamkeit

[de] 8 Minuten über Digitale Privatsphäre |

in meinem letzen post habe ich recht ausführlich über verschiedene Messenger geschrieben, danach wurde ich darauf hingewiesen, dass ich gar nicht erklärt habe was eigentlich "Datensparsamkeit" ist. Blöd gesagt ist es ein sehr simples Konzept, mit oft unterschätzten, gravierenden Auswirkungen. Etwas sachlicher bedeutet es, dass von einem Anbieter (zB WhatsApp) nur so viele (Meta)Daten zu Chats und Nutzer:innen gesammelt werden wie zum Betrieb wirklich nötig sind. Die Realität sieht natürlich anders aus, denn Daten sind das neue Öl. Unternehmen wie Facebook oder Google, deren Geschäftsmodell es ist Daten zu sammeln und zu verkaufen, arbeiten alles andere als Datensparsam.


Was sind Metadaten

Metadaten sind erstmal nichts schlimmes, im Gegenteil: bei Bildern gibt es neben dem eigentlichen bild noch Infos wann das Bild aufgenommen wurde, wie (also das Kameramodell und Belichtungseinstellungen) und vielleicht sogar einen Standort um den Aufnahmeort wiederfinden zu können.

Wie über Bildern gibts auch über andere Daten Metadaten. ein gutes beispiel ist email, denn dadurch dass es ein offenes Protokoll ist können wir recht einfach hineinsehen.

ein typischer eMail Header (einige Daten wurden entfernt, IPs und Domains geändert um es etwas übersichtlicher zu machen und natürlich auch sensible Informationen zu entfernen)
Return-Path: Received: from mail.inbox-domain.tld by mail.inbox-domain.tld with LMTP id WNW8GsPwemBY5AAA1wz7rw (envelope-from ); Sat, 17 Apr 2021 16:29:23 +0200 Received: from mo4-p02-ob.smtp.rzone.de (mo4-p02-ob.smtp.rzone.de [81.169.142.172]) by mail.inbox-domain.tld (Postfix) with ESMTPS id 8E2D43EC0202; Sat, 17 Apr 2021 16:29:17 +0200 (CEST) ARC-Authentication-Results: i=1; strato.com; dkim=none DKIM-Signature: v=1; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed; t=1618669735; s=strato-dkim-0002; d=sender-domain.tld; h=Subject:Message-ID:To:From:Date:Cc:Date:From:Subject:Sender; bh=2LGejkwDNwZt24h3aSXjYEJlcIv5/gTTEkFUCN0iVSc=; X-RZG-AUTH: ":I38QYU+9ad9dx7xjbn4yOv4OJn2YXqhPiGgDDlBKLRW4int4RUvlrwJzO6yfbiz3Ciw=" X-RZG-CLASS-ID: mo00 Received: from MBPvonGünter.fritz.box (unknown [161.30.220.126]) by smtp-ox.front (RZmta 47.24.3 AUTH) with ESMTPSA id Q0189ex3HESt6vL (using TLSv1.2 with cipher ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 (curve X9_62_prime256v1 with 256 ECDH bits, eq. 3072 bits RSA)) (Client did not present a certificate); Sat, 17 Apr 2021 16:28:55 +0200 (CEST) Date: Sat, 17 Apr 2021 16:28:55 +0200 (CEST) From: Custom username - name To: "stadt@domain.tld" , "land@domain3.de" , "fluss@domain2.tld" , "datenschutzbeauftrage@domain2.tld" Message-ID: <486e68ea-0d00-df9as-5ad7-99fa7f30fdcb@domain.tld> Date: Mon, 14 December 2021 21:30:44 +0200 User-Agent: Mozilla/5.0 (Macintosh; Intel Mac OS X 10.15; rv:78.0) Gecko/20100101 Thunderbird/78.10.1 MIME-Version: 1.0 Content-Type: multipart/alternative; boundary="----=_Part_587656_536969451.1618669735452" X-Priority: 3 Importance: Normal X-Mailer: Open-Xchange Mailer v7.10.4-Rev21 X-Originating-Client: open-xchange-appsuite ARC-Seal: i=2; s=2020; d=domain.tld; t=1618669757; a=rsa-sha256; cv=pass; ARC-Authentication-Results: i=2; mail.inbox-domain.tld; dkim=pass header.d=sender-domain.tld header.s=strato-dkim-0002 header.b="aOSLzny/"; arc=pass ("strato.com:s=strato-dkim-0002:i=1"); spf=none (mail.inbox-domain.tld: domain of name@sender-domain.tld has no SPF policy when checking 81.169.146.170) smtp.mailfrom=name@sender-domain.tld ARC-Message-Signature: i=2; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed; d=domain.tld; s=2020; t=1618669757; h=from:from:reply-to:subject:subject:date:date:message-id:message-id: to:to:cc:mime-version:mime-version:content-type:content-type: Authentication-Results: mail.inbox-domain.tld; dkim=pass header.d=sender-domain.tld header.s=strato-dkim-0002 header.b="aOSLzny/"; arc=pass ("strato.com:s=strato-dkim-0002:i=1"); spf=none (mail.inbox-domain.tld: domain of name@sender-domain.tld has no SPF policy when checking 81.169.146.170) smtp.mailfrom=name@sender-domain.tld; dmarc=none X-Spamd-Bar: -


Huiuiuiui, ganz schön viel text. Aber mit etwas Zeit lassen sich viele interessante dinge herauslesen: ich weiß auf Anhieb

  • woher die eMail kam,
  • wohin sie ging,
  • die IP-Adresse (und so den ungefähren Aufenthaltsort!) von dem Rechner der die eMail verschickt hat
  • den Klarnamen des Absenders (der Gerätename im Netzwerk)
  • das Betriebssystem (ein veraltetes macOS 10.15)
  • den Mailclient (thunderbird)

Klar, einiges davon wird dringend benötigt (sender, receiver) und einiges ist praktisch zum beheben von eventuellen Fehlern. (Serverinfos, Mailclient, Betriebssystem). Es ist lediglich ein Beispiel, dass selbst eine eMail ohne Inhalt schon sehr viele interessante Informationen preis gibt. Email ist hier mit sicherheit schon Datensparsamer als manch anderer messenger.


Die Quintessenz der Dinge

Auch ohne den Inhalt zu kennen können Chatverläufe sehr interessant sein!

  • wer spricht mit wem,
  • wann und wie lange,
  • von wo aus,
  • wie viele Nachichten werden versandt
  • was für Medientypen (Bilder, Dateien, Audios) werden versandt
  • welche (gemeinsamen) kontakte haben die Menschen im Telefonbuch

...sind alles Dinge, die wir eigentlich für uns behalten möchten.

Und es sind auch alles Dinge die nicht an den Plattformbetreibende gegeben werden müssen, wenn eine Plattform (wie z.B. Signal) richtig konstruiert ist. Eine noch bessere Möglichkeit sind dezentralisierte Plattformen: hier laufen solche Informationen (wenn überhaupt) nicht an einem Ort zusammen, sondern werden auf verschiedene Server verteilt. Das bekannteste beispiel hier ist eMail, ein aktuelles und nutzbares Matrix.

Auch wenn es hier viel um Chat's ging, sind Clouds wie Google Drive oder Microsoft OneDrive auch wichtig: hier laufen MASSIVE Datenmengen zusammen die so einfach nicht zusammenkommen sollten. Eine gute Alternative ist Nextcloud, auch wenn es oft gar nicht so einfach ist eine öffentliche Instanz zu finden. Hetzner hat ganz gute Angebote ab 3.50€/Monat, selber hosten ist natürlich ideal.






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Messengerdebatte

[de] 12-15 Minuten über Digitale Kommunikation und Privatsphäre |

Es gibt definitiv zu viele messenger(Plattformen).

Allein für privates gibt es WhatsApp, Telegram, WeChat, Facebook Messenger, Instagram, Threema, Signal und viele weitere, für Teams und Unternehmen ist das Angebot ebenfalls gigantisch.

In letzer Zeit häufen sich bei mir Fragen, welcher Messenger denn nun der richtige sei, oder warum ich bestimmte Messenger so sehr hasse. Gerade letzeres ist nicht aus einer Laune heraus, sondern tatsächlich begründet. Ich habe hier aufgeschrieben warum einige Dienste einfach nicht mehr genutzt werden sollten und wie wir Kommunikation freier gestalten können.




Whacke Begriffe

Technik ist halt leider nicht immer einfach, oft gibt es etwas längere Namen für bestimmte Konzepte, die dann wieder Abgekürzt werden.
Hier eine kleine Übersicht:

  • e2ee = "end-to-end-encryption" --> nur Sender und Empfänger können die Information lesen. Der Server kann NICHT mitlesen.
  • Transportverschlüsselung --> Die Nachricht wird vom Gerät zum Server Verschlüsselt, zb mit SSL oder TLS. Andere geräte im gleichen wlan oder der internet provider können so nicht mitlesen. Aber Achtung: der Server KANN hier mitlesen!
  • OSS = "Open Source Software" --> Der Code ist für alle einsehbar und kann überprüft werden.
  • FOSS = "Free and Open Source Software" --> wie OSS + der code kann von allen modifiziert, weiterentwickelt und in anderen Projekten wiederverwendet werden.
  • Properitäre oder closed-source Software --> das absolute Gegenteil von FOSS. Das Endprodukt kann zwar kostenfrei sein (siehe Facebook, WhatsApp, YouTube, Google etc), der code ist aber nicht einsehbar oder veränderbar.
  • Features --> Funktionen wie zB Umfragen, Sprach- oder Videoanrufe
  • UI = user interface --> die Oberfläche mit der Nutzer:innen die App bedienen.
  • UX = user experience --> wie Features zugänglich werden. Die UX umschließt natürlich die UI, aber auch grundlegende Mechanismen und Abläufe. Hinweis: Eine optisch schöne UI kann eine miese UX bieten.

Anderer kram lässt sich oft leicht nachschlagen (merke: nachschlagen != googeln, es gibt andere Suchmaschinen!), Wikipedia ist gerade bei Informatik-kram eine gute quelle. Andere gute Quellen sind z.B. heise.de, netzpolitik.org, der Chaos Computer Club (CCC.de).

Dämliche Vergleiche

Team-messenger (wie z.B. Slack, Rocket.Chat oder MS Teams) mit Privat-messengern (wie z.B. WhatsApp, Signal, Telegram) zu vergleichen ist unglaublicher Quatsch. Der Fokus von Privatmessengern liegt auf 1:1 Chats und kleinen Gruppen, Team-messenger sind für ganze Firmen oder Teams mit vielen zusammenhängenden Chats gedacht.

Trotzdem kommt dieser abwegige Vergleich zu oft. Einige Menschen scheinen einfach nicht zu kapieren, dass 1:1 Messenger für größere Teamarbeit per Design eine absolute Scheißidee sind.
Oft wird, vermutlich aus eigener Faulheit und einer gewissen portion Egoismus, nicht gesehen wie stark sich eine unpassende und intransparente Kommunikationsstruktur auf die Zusammenarbeit des Kollektivs auswirkt. Die Einarbeitung von neuen Menschen leidet besonders stark.

Nervige Annahmen

Der Satz "aber ich habe ja nichts zu verbergen" oder inhaltlich ähnliche Formulierungen als "Argeument" gegen Datenschutz bringen bei mir intensive schmerzen hervor.

Zeit oder Interesse für technische Erklärungen aufzubringen ist nicht einfach, deshalb enden wir oft bei viel zu simplen Beispielen fern der Realität. Klar, kaum ein Mensch will mir das Handy entsperrt überlassen, im Glaskasten auf dem Alexanderplatz kacken gehen oder mir die Schlüssel für das Eigenheim übergeben, denn das ist wirklich etwas ganz anderes. Es ist dann doch etwas komplizierter.

Unangenehmer Nebeneffekt: Durch solche stark vereinfachten Beispiele fühlen sich anscheinend selbst die technisch unfähigsten Menschen auf einmal in der Position standhaft so krude Dinge zu behaupten, dass eine ernsthafte Diskussion nur mit viel Mühe möglich ist.

Ich möchte hier einfach kurz einige Worte an all die Menschen richten, die der Meinung sind Datenschutz wäre eh nicht so wichtig, weil sie auf google bei Ergebnis 2 gelesen haben das sei so. Hört verdammt noch mal auf die Leute die sich damit seit langer Zeit beschäftigen! Nein, mit 3 Minuten googeln bist du kein:e cybersicherheitsexpert:in! Nein, nach 30 Minuten CCC Talk schauen kein:e hacker:in und nach 1h Drosten Podcast hören auch kein:e Virologin! GOTTVERDAMMT!

Auch ich bin nichts davon, doch ich

  • habe ganz generell nach Jahren der Ausbildung und im Feld ein recht solides IT-Wissen und
  • habe mich über einen langen Zeitraum Intensiv mit dem Thema beschäftigt.
  • finde mich als Design- und Informatik-mensch auch oft zwischen den Fronten (simplicity vs security) und kann hier beide Seiten gut verstehen.

Kurz und überheblich: ich hab etwas mehr Plan von dem Kram als die meisten Menschen.

Gerne diskutiere ich mit anderen über das Thema, lerne dazu und leiste selber Bildungsarbeit. Doch ich habe weder Zeit noch Lust mich auf boomereske Unterhaltungen einzulassen, bei denen ich genau merke mein Gegenüber hat so gar keinen Plan, aber will mir grade mit dem Ellenbogen die Welt erklären.


Vergleich

Weil die Liste mit Features so lang und technisch geworden ist, habe ich sie ins Wiki ausgelagert. HIER kannst du genau nachlesen welche Unterschiede ich im Detail betrachtet habe. hier nur ein detaillierte Beschreibung zu den relevantesten akteuren.

WhatsApp

...ist gerade im deutschen Raum der beliebteste Dienst und prahlt gerne mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ("End-to-end-encryption" oder kurz: e2ee). Ob diese kompetent und ohne hintertür umgesetzt ist, ist aber unnachprüfbar. denn der Code ist nicht öffentlich. Es ist keine "Open Source Software" oder kurz OSS.
Doch selbst mit der Annahme dass Facebook nicht den genauen Nachichteninhalt kennt, sind die Metadaten eine wahre Goldgrube: “wer spricht wann, wie lange, wie oft, mit wem“ sind informationen die unglaublich viel preisgeben. Dazu kommen verschiedene größere Fehltritte beim Datenschutz, unverschlüsselte Link-previews (die kleinen Vorschaubilder bei Webadressen) und natürlich das gesamte Kontaktbuch. Google und Apple bekommen auch etwas vom Kuchen: Chat Backups sind nicht verschlüsselt. Mit all diesen Daten lassen sich detaillierte Profile erstellen, die dann an die meistbietenden Verkauft werden.
Einen technisch detaillierteren, mit Quellen unterlegten, Rant gibt es hier.

All das macht WhatsApp auch für Menschen die auf dem Boden der FDGO stehen eine absolut beschissene Wahl. Bitte nicht benutzen.

Telegram

keine Namen, keine Strukturen. Auch wenn mir das Prinzip an sich zusagt, ist es zusammen mit dem nicht existierenden Geschäftsmodell und ausbleibender Verschlüsselung hochproblematisch. Dazu kommt das viele Features unter dem Deckmantel der UX Nutzer:innen extrem an Telegram binden (z.B. eigene Kontaktverwaltung). Auch wird Gerne der Anschein erweckt Telegram sei OSS, doch für alle interaktionen muss eine proprietäre Schnittstelle verwendet werden, die die Verbindung zum ebenfalls proprietären Server aufbaut. Gerade diese vorgegaukelte Sicherheit ist mmn. problematisch, deshalb sollten Menschen Telegram nicht benutzen.

Facebook Messenger

ist glücklicherweise in Deutschland nicht so beliebt, aber generell ein Datenschutz-albtraum in jeglicher Hinsicht. Finger weg. Gleiches gilt übrigends für andere in Social media eingebettete chats wie Instagram, Twitter, Reddit, oder anderen kram.

eMai

ist ein offener standard und wird so universell verwendet, dass es viele Menschen kaum hinterfragen. Es ist jedoch nicht unbedingt datensparsam und pgp Verschlüsselung wird sehr schlecht umgesetzt. Alles was pgp Verschlüsselungswürdig ist, hat nichts in eMails zu tun. Siehe die alternativen unten.

XMPP

ist ein offizieller Internet-Standard zur Kommunikation. Mit clients wie Conversations und blabber.im kann es für 1:1 chat verwendet werden. Es ist FOSS, erweiterbar und kann selber gehostet werden, erlaubt also dezentrale kommunikation. Nachichten können mit OMEMO verschlüsselt werden. Eigentlich alles gute Dinge. Aber: es ist nicht einfach einzurichten, verschlüsselung fehleranfällig, wird generell von extrem wenigen leuten genutzt und

Na gut, dann nicht

...aber was sind die alternativen?

Signal oder Threema sind sehr gute Messenger für Privatmenschen und liegen nah beieinander, Threema hat insgesamt ein paar mehr Features und ist etwas Datensparsamer. Signal hat eine etwas bessere Verschlüsselung, aber leider ist eine Telefonnummer nötig und die Finanzierung ist nicht so sauber. Signal ist für Endnutzer:innen kostenlos, was sicher dazu beiträgt dass es mittlerweile sehr weit verbreitet ist, sogar so weit dass ich persönlich lieber auf Kleinkram wie Abstimmungen oder absolut ungebundene accounts verzichte solange ich eine Plattform benutzen kann, die extrem datensparsam konstruiert ist.
Kritik: beide Systeme benötigen eine zentrale Infrastruktur. Das hat technisch seine Vor- und Nachteile, doch Politisch gesehen ist es unschön: es bilden sich große Knotenpunkte.
Für Privatchats und kleinere Gruppen würde ich trotzdem definitiv Signal empfehlen.

Matrix + Element ist technisch eine hervorragende Lösung, weil sie Nutzer:innen guten Datenschutz bietet und es generell schwer mitzulesen ist. Matrix ist ein offenes Protokoll, hat viele Features und die größte potentiell erreichbare Zielgruppe: es ist nicht an ein zentrales Gerät oder eine Telefonnummer gebunden und es gibt eine Vielzahl an Clients für wirklich alle Gerätetypen. Mit Bridges kann ein sanfter Übergang zu bestehenden Chats gebaut werden.
Aber: Element hat noch einiges aufzuholen was usability angeht. Auch die Benutzung von Matrix ist für viele Menschen oft verwirrend, da wir z.B. durch WhatsApp und Telegram an integrierte Plattormen gewöhnt sind. Das Protokoll Matrix kann wie eMail mit vielen verschiedenen Clients benutzt werden, Element ist bloß der am meisten genutzte. Ich persönlich empfehle SchildiChat für nicht-techies.
Gerade für Aktivisti Gruppen ist Matrix mit etwas Einarbeitung eine wirklich gute Lösung.

Rocket.Chat ist eine sehr gute Alternative zu Slack oder Microsoft Teams. Es gibt zwar auch einige andere FOSS Teamchats, zB Mattermost und Zulip, aber insgesamt ist es am einfachsten aufzusetzen, die App ist auch für technisch nicht versierte Benutzer:innen einfach zu verwenden. Einziges Manko und auch der Grund warum es so weit unten ist: alle diese Lösungen sind bei minimal vom ideal abweichenden Setup halb unbrauchbar, da Benachrichtigungen nur verspätet oder gar nicht ankommen.


Fazit

Abschließend lässt sich sagen dass es genug Alternativen zu problematischer Software wie WhatsApp oder Microsoft Teams gibt, auch ohne freien Speicher für "noch eine app". Gerade Matrix wird garantiert für alle Personen einer Gruppe benutzbar sein, auch wenn es an einigen Ecken noch unfertig ist. Für private Konversationen ist Signal eine sehr ausgereifte und relativ weit verbreitete Lösung.






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Einflüsse

Version controlling my Zettelkästen

[en] 5 Minute read about notes and organization |

Recently I created my own little Zettelkasten and a public version of it, my wiki. While I skimmed through my setup in the initial post, I thought it may be reasonable to take a deeper dive into how you can setup something like this and have a blast writing 💥

Principles

These where my thoughts, or rather requirements, before setting up my version controlled zettelkasten:

  1. Local storage, remote backup
  2. Interoperable (plain text) file format (no system or vendor lock-in)
  3. easy mobile editing must be possible
  4. Only use open software Optional: version control

This just screams git, right? So that’s what I went with. 🤗

Setup

Remotes

  • create a public or private repo
  • if nonexistent: generate an SSH key pair on your machine
  • add the public key to your account Done!

Desktop

  • install zettlr
  • go throught the tutorial
  • "git clone *" the remote repo to the desired location
  • open the repo folder as a workspace in zettlr (File/Open Workspace) Done!

I also automated repetitive git actions, take a look at how I did it for windows.

Mobile

  • install gitjournal
  • connect it to your remote host (Github and Gitlab oAuth work very well and take care of the auth setup)
  • add the repo Done!

IMPORTANT NOTE: you should always make sure you synced (pull, add --all, commit -all, push) before and after working to avoid running into conflicts. While those can be resolved easily, its still something that gets in the way and takes time. 🙄

So far so great

With some hickups its now working pretty well! 🥳 However, I also noticed that (unlike standardnotes) its definitely not a "set and forget" solution and requires some maintenance. For me its worth it, Zettler is just the superior markdown editor and better suited for long texts and connected notes than standardnotes.

Problems I ran into

  • referencing from one workspace into another works, but there is no fancy autocomplete for ID's, although to be fair that generally shouldn't be done too often anyways.
  • New files where not added by my script because I used the wrong git commands. → use "git add --all" instead of "git add ." to add files from subdirectories as well
  • spaces in folders or filepaths are not possible, even if the links contain '%20'






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Creating my second mind

[en] 5 Minute read about organizing notes |

I work on many projects and need to keep track of more information than I can actually remember. This habit has grown to a point where it leads to actual problems:

In case of projects im working on, it may lead to unintended knowledge-hirarchies,
generally it may render me unreliable ("sorry, I totally forgot about X") or slow ("shit, i didn't write that down, now I gotta research it again"), both of which im not a fan of. So join me on my journey to solve those problems!

Scribbles

All the small things, the small ideas and thoughts that wont be relevant in the long term still need a place. Standardnotes helped me unifying all my different private notes from an actual book, Simplenote, Keep, OneNote and a Git repo.

Standardnotes' excellent reliability and ease of use makes it perfect for collecting all the things and thoughts. With some tags it can be quickly organized quite well. Listed is a great minimal blogging platform tightly integrated with it, which is very neat.

Problems with Standardnotes (and Listed)

  1. Both are quite linear spaces, and I'd love a nonlinear space with bidirectional linking.
  2. I write markdown on my computers, because its fast. And for the most part Standardnotes is fine, but im used to HedgeDoc + Sublime bindings, which (for bigger projects) leads to me working in an actual file with another editor and then copy/pasting its contents.
  3. The export/backup of standardnotes does not resemble my tag structure AT ALL, which sucks.
  4. As my notebox is growing, it becomes more visible to me that Standardnotes is not great for everything and excels at its most basic form: quick notes with crossplatform e2ee sync.

Looking for a Zettelkasten

I want plain text files that I can version control with git and throw in remote repos, one for private and one for public stuff.

A quick search lead me to Obsidian MD which works on top of a folder full of markdown files. Sync is e2ee and with mobile apps in the pipeline its exactly what I want and DAMN, I just love graphs. 🤤

However, while it looked great at a first glance, within a few minutes it was clear to me that in my case, Obsidian is not the way to go. It's closed source, handles multiple workspaces with muliple windows instead of a unified browser and its idea of a Zettelkasten seems to put the identifier in the filename, which imho is working against a simple navigation. 😐

Enter Zettlr. This is an awesome, activly maintained open source project ticking all the boxes. It just works the way I expect a digital Zettelkasten to work. Awesome! 🎉

Writing on the run

If we ever reach a post-corona situation in Germany, Id like to use my Zettelkästen on my mobile device as well. Luckily theres GitJournal, which is built with compatibility in mind, most notably obsidian. While its backlinks work a little bit different to zettlr, its generally looking very promising. And it is, unlike obsidian, actually open source. It even supports multiple repos. Awesome! ✨

Soooooo

I'll continue using standardnotes for quick notes and Listed for blogging.

However: I'll move everything with more permanent importance to plain markdown files in (remote) git repos fed into Zettlr and GitJournal. One of those is my wiki which I'll fill in the next days as im transitioning.






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